Bestellerprinzip - was bedeutet es für die Wohnungssuche


Veröffentlicht am 22.03.2016

Was bedeutet das Bestellerprinzip?

„Derjenige, der den den Makler beauftragt hat, muss auch komplett die Maklerprovision zahlen.“ Die Beauftragung bedarf der Schriftform, somit ist eine mündliche Beauftragung nicht ausreichend.

Es ist letztendlich kein eigenes Gesetz sondern eine Gesetzesänderung,, die zum 1.Juni 2015 in Kraft getreten ist. Sie bezieht sich nur auf bestehende Mietobjekte und nicht auf Neubauobjekte, die zum ersten Mal vermietet werden. Hierzu zählen auch kernsanierte Altbauwohnungen. Auch Kaufobjekte unterliegen nicht dieser Gesetzanpassung.

Zum anderen wird hinter dem ersten Absatz in § 2 des Wohnungsvermittlungsgesetzes ein Absatz 1a eingefügt. Der Absatz 1a sieht vor, dass der Makler vom Wohnungssuchenden kein Entgelt fordern, sich versprechen lassen oder annehmen darf. Außer – und darauf kommt es an – der Wohnungsvermittler holt ausschließlich wegen des Vermittlungsvertrags mit dem Wohnungssuchenden vom Vermieter oder einem anderen Berechtigten den Auftrag ein, die Wohnung anzubieten.


Warum muss ich trotzdem zahlen?

Das sind die Tricks der schwarzen Schafe der Branche. Der Makler versucht Dir einen Suchauftrag unter zu jubeln, bevor er die Besichtigung durchführt oder noch besser im Besichtigungsobjekt vor dem Rundgang. Unterschreibe nichts! Damit versucht der Makler die Auftragerteilung durch Dich zu manifestieren, so dass er in Deinem Auftrag handelt. Damit wirst Du dem Makler gegenüber provisionspflichtig.

So etwas besser nicht unterschreiben und auch nicht durch falsche Haken auf Online-Formularen annehmen. Das führt nur zu langwierigen und nervtötenden Auseinandersetzungen. Zudem zeigt es den Charakter vom Vermieter, der auf maximal Kapitalmehrung aus ist und sicher auch bei folgender Korrespondenz bzgl Mieterhöhungen oder Reparaturen kompromisslos ist.


Weitere Tricks wie das Bestellerprinzip umgangen wird

Ein weiterer Trick ist es, hohe Abschlagszahlungen für Küche, Einbauschränke oder verlegte Böden zu verlangen. Dadurch erhält der Vermieter höhere Einnahmen und leitet diesen den Makler weiter.

Die Vereinbarung einer Staffelmiete mit einer jährlichen Mietpreisanpassung (Meißen 1%) in den nächsten vier Jahren ist ebenfalls eine Methode schnell höhere Mieteinnahmen zu erzielen.

Sollte hierbei eine Vereinbarung zwischen Vermieter und Makler bestehe, müsste dass durch den Mieter nachgewiesen werden. Ein schwieriges Unterfangen.